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Der Western überschreitet seine Grenzen

Der Western gehört zu den Film-Genres der ersten Stunde. 1903 drehte Edwin S. Porter „The great train robbery“, den ersten Western der Filmgeschichte.

Seine Blütezeit erlebte der Wildwestfilm in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Nachfrage nach diesen, inhaltlich meist einfach gestrickten, aber temporeich erzählten Geschichten war so groß, dass sich ganze Produktionsgesellschaften (Monogram) auf die Herstellung möglichst vieler Western
(B-Filme) spezialisierten. In Zeiten von Krieg und Wirtschaftskrise wollte das Kinopublikum die Wirklichkeit vergessen und ließ sich gerne in die Pionierzeit zurückversetzen. Der Western bestimmte die Kinolandschaft. Es gab zu dieser Zeit auch etliche herausragende Produktionen, die heute zu den Klassikern zählen:

Stagecoach (1939, Regie: John Ford, Darsteller: John Wayne), Drums along the Mohawk (1939, Regie: John Ford, Darsteller: Henry Fonda), Jesse James (1939, Regie: Henry King, Darsteller: Tyrone Power), Dodge City (1939, Regie: Michael Curtiz, Darsteller: Errol Flynn) u.v.a.

Nach dem zweiten Weltkrieg nahm das Interesse an Cowboyfilmen langsam ab. Bereits in den fünziger Jahren war die Blütezeit des Western (im Kino) vorbei. Die Firmen produzierten weniger, dafür aber inhaltlich anspruchsvollere Filme (Edelwestern). Die Darstellung der Besiedlung Nordamerikas wurde realistischer.
Die ersten Produktionen kritisierten offen den Umgang mit den Ureinwohnern (Broken Arrow/Der gebrochene Pfeil, 1950, Regie: Delmer Daves, Darsteller: James Stewart). Außerdem hatte das Fernsehen den Western für sich entdeckt. Langlebige TV-Serien wie "Gunsmoke/Rauchende Colts" und "Bonanza" deckten den Bedarf an Wildwest-Szenarien ab.

Ausgerechnet von Europa aus wird der Western in den sechziger Jahren durch die Italowestern (Spaghettiwestern) wiederbelebt. Fast allen Western dieser Zeit sieht man die Einflüsse durch den Regisseur Sergio Leone deutlich an.

Ab mitte der siebziger Jahre spielten Westernfilme aus der Pionierzeit an den Kinokassen keine Rolle mehr.
Das Publikum wollte spannende Geschichten aus der Gegenwart sehen. Die große Zeit des Copthrillers war angebrochen. Diese Filme folgten dem Muster des Western. Ihre Helden sind meistens schießwütige Einzelgänger, die es mit einer Übermacht aufnehmen. Die Stars dieses neuen Genres sind anfangs ehemalige Westernhelden, allen voran: Clint Eastwood. Spielte er in „Coogan's Bluff" (1968, Regie: Don Siegel) noch einen echten Cowboy, der unter verbrecherischen Großstädtern aufräumt, tauscht er als „Dirty Harry“ seine Cowboykluft mit einem Anzug. Seine Waffe bleibt aber der beste Freund. (Filmzitat: „Wer ist wir, Drecksack?“ „Smith, Wesson und ich, mein Junge.“).

 

Altstar John Wayne hatte die Rolle des Harry Callahan (Dirty Harry) abgelehnt, da ihm die Figur zu rebellisch angelegt und die Dialoge zu obszön waren. Nach dem Erfolg von "Dirty Harry", drehte auch der Vorzeigecowboy John Wayne Copfilme (Mc Q, Brannigan) und beweist gegen Ende seiner Karriere, wozu ein fast siebzigjähriger, vom Krebs gezeichneter, John Wayne noch fähig ist.

 

Das durchgängige Thema Selbstjustiz ruft die Kritiker auf den Plan. Seit die Helden von Actionfilmen keinen Cowboyhut mehr tragen und die Handlung in der Gegenwart spielt, sehen viele eine Gefahr in den Helden selbst und wie diese handeln (Gewaltverherrlichung). Das beste Beispiel hierfür könnte "Death wish/Ein Mann sieht rot" sein, in der Hauptrolle wieder ein ehemaliger Westernheld: Charles Bronson.

Der Film kann aber auch als unterhaltsame Gesellschaftskritik verstanden werden. Eine Gangsterbande zerstört das Leben des Architekten Paul Kersey, der daraufhin zur Waffe greift. Die Bandenkriminalität war zu dieser Zeit in den Vereinigten Staaten sehr groß und die staatlichen Organe waren überfordert.
Die Menschen träumten wieder von ihren Helden aus der Pionierzeit.

Das Westernkonzept ging aber auch in Science-Fiction-Produktionen wie "Outland/Planet der Verdammten" (1981, Regie:Peter Haymes, Darsteller: Sean Connery) oder "Westworld" (1973, Regie: Michael Crichton, Darsteller: Yul Brynner) auf. Outland ist eine Art „High Noon“ auf einer Raumstation in der Zukunft. Sean Connery spielt den Weltraummarshal O'Niel, der einer Verschwörung auf die Spur kommt. Am Ende des Films kommt es zum unausweichlichen Showdown. In Westworld persifliert Yul Brynner gekonnt seine Paraderolle aus die "Glorreichen Sieben" und spielt einen mörderischen Roboter im Westernlook.

Der Western galt zwar als out, aber fast jeder Unterhaltungsfilm bediente sich des erfolgreichen Grundrezeptes, zum Beispiel der Actionkracher Convoy (1978, Regie: Sam Pekinpah, Darsteller: Kris Kristofferson), in dem rebellische Trucker Recht und Gesetz in die eigene Hand nehmen.

 

Der Actionfilm gilt als Nachfolger des Western und orientiert sich bis heute an dessen Handlungsablauf.

 

Die Endzeitfilme (Prototyp dieser Filmgattung war: Mad Max, 1979, Regie: George Miller, Darsteller: Mel Gibson) treiben es auf die Spitze: Ihre Helden leben wieder, wie die Siedler aus der Pionierzeit, in einem unzivilsiertem Land (nach einem großen Atomkrieg oder einer anderen Katastrophe) und müssen sich mit der Waffe in der Hand gegen umherziehende Banden verteidigen. lawman.de

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